26.09 Aufbruch nach Hazyview
Reisen veredelt den Geist und räumt mit allen Vorurteilen auf.
Oscar Wilde |
Nach einer schlechten Nacht sind wir schon um kurz nach sieben Uhr auf zum Frühstück. Warum? Na ja, wir habe ja um acht Uhr den Wagen von AVIS bestellt. So schlecht das Zimmer war, war auch der Service beim Frühstück. Das
(ausschließlich) schwarze Personal hatte irgendwie besseres zu tun als vielleicht mal einen Kaffe zu bringen. Aber uns war ja schon gestern klar, das wir in kein Protea mehr
wollen. Ach ja, und hier noch mal die romantische Wand vor unserem Zimmer. Als um halb neun immer noch kein Wagen da ist, rufen wir bei AVIS an und erfahren, dass wir erst um neun
den Wagen gebucht haben. Mist! Als der Wagen dann endlich kommt, lasse ich mir alles erklären. So so ... ich
darf den Schlüssel nicht im Auto liegen lassen, weil der Wagen von selber zu geht. Komisch ist, dass ich den Wagen nur bekomme, wenn ich an allen neun (9 !!!) Kreuzchen
unterschreibe. Ich erkläre dem guten Mann, der mir den Schlüssel nicht geben will, dass ich keinerlei sonstige Versicherungen will und davon
ausgehe, dass mit meinem DER-Tour Voucher alles bezahlt ist. „Yehhhs, yehhhs, sir“ Englisch konnte der gute AVIS Mensch leider kaum (was spricht man denn dann in
Jo-burg?!) Nach dem alles klar ist, starten wird mit unserem blauen Opel Astra gen Hazyview.
Linksverkehr und keine Automatik! Warum hab ich nur nicht auf Sabrina gehört, dann wäre wenigstens das Schalten kein Problem gewesen. Ich weiß gar nicht wie oft
ich statt zu Schalthebel zum Fensterkurbel greife. Ts ts ts, hätte nicht gedacht, dass das so eine Umgewöhnung ist. Aus Jo-burg kommen wir gut raus und finden dank
meiner erstklassigen Baifahrerin auch ohne Umwege nach Hazyview. Die Straßen sind sowohl in der Stadt, als auch weiter außerhalb auf dem Land in erstklassigem Zustand.
In Hazyview ist die Hölle los. So viele Schwarzafrikaner (Betonung liegt auf Schwarz) auf der Straße! Also nicht nur auf dem Bürgersteig, sondern über die
ganze Straße verteilt. zwischendrin mal Polizei (natürlich weiß). Wie bei einer Großdemo. Beängstigend, zum Glück sind alle Knöpfchen im
Wagen zu. Nachdem wir durch den Pulk von Leuten durchgeschippert sind, erreichen wir weiter außerhalb Böhms Zeederberghous. Wunderschön
gelegen und suuuuper goldig eingerichtet. Wir haben Appartement 12. Nach einer kurzen Besichtigung des Anwesen fragen wir die Hausherrin, die fließend Deutsch spricht, wo
man heute Abend noch mal hingehen kann. Vielleicht in die Stadt? „Würde ich lieber nicht machen“ sagt sie. Am Ende des Monats gibt es immer Geld, aslo der Lohn
wird ausgezahlt, und da kommet es regelmäßig zu Gewalttaten in der Stadt. Aha ... deswegen die vielen Leute auf der
Straße. Stimmt, da war auch 'ne Bank. Komisch, wir wundern uns im nachhinein, warum man in SA sein Gehalt in Bar ausgezahlt und nicht aufs Konto bekommt, beschließen
aber dennoch auf Frau Böhm zu vertrauen und dem Gelände zu bleiben. Es soll einen kleinen Wasserfall weiter unten geben. Mit einer kleinen
Karte bewaffnet machen wir also einen Spaziergang. Das Pumpenhaus haben wir noch gefunden, aber den Wasserfall leider nicht mehr. Frau Böhm hatte uns gewarnt, dass es
schnell dunkel wird, also sind wir rechtzeitig wieder umgekehrt. Das anschließende Abendbrot wird im großen, zum Garten offenen, Wohnzimmer serviert.
Wunderschön. Den Wein vom Essen nehmen wird danach mit auf die Terrasse, spielen Backgammon, trinken dazu noch mehrere Grappa und lauschen der leichten Musik und den Geräuschen der Natur. Da meine Nase immer mehr läuft (vielleicht doch ein Grappa zu viel?) beschließen wir bereits um kurz nach
neun ins Bett zu gehen. Vorher muss ich aber noch ein Gecko durchs Appartement jagen, damit es uns Nachts nicht anfällt ;-).
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