Reisejournal
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08.10 Monkeyland & Tsistikamma

Wenn du reisen willst, musst du die Geschichte     
dieses Landes kennen und lieben     
Theodor Fontane

Endlich mal ausschlafen! Somit leider ein etwas später Start in den Tag, zumal bei diesem liebevollen Frühstück auch das Frühstück immer etwas länger dauert. Wir entschließen uns, heute noch mal in den Tsitsikamma Park zu fahren, um evtl. Achim auf der höchsten und längsten Hängebrücke von Südafrika etwas zu wandern. Leider wird das Wetter auf dem Weg zunehmend schlechter, Äffchen im Monkeyland so dass wir uns entscheiden, erstmal ins Monkeyland zu gehen. Hier machen wir bei leichtem Nieselregen eine Tour in der wir dennoch etliche Affen sehen und auch wieder einiges lernen. Über den Primaten an sich (jeder Primat hat fünf Finger, ein rel. großes Gehirn im Vergleich zum Rest vom Körper, überlappendes Sichtfeld und die Fähigkeit farbig zu sehen - und über Lemuren - die eine doppelte Zungen haben, ihre Finger nicht bewegen Bruni können und mit den beiden Zungen und den Zähnen das Lausen übernehmen. Ansonsten haben wir trotz des Regens viele Affen gesehen, was die - perfekt deutsch sprechende - Führerin nicht erwartet hat. Interessant war auch Bruni, ein Weißhandgibbon-Affe, der aus einem Zoo „ausgewildert“ wurde. Bruni hat permanent versucht, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Überraschend viele Affen sind auch aus heimischer (privater) Gefangenschaft in den Park gekommen. Scheint, dass es in Afrika deutlich einfacher ist Affen zu halten, Tarzan als bei uns. Glücklicherweise ist das bei uns schwieriger, da die armen Affen ja doch früher oder später abgeschoben werden. Eine weitere dieser armen Kreaturen sehen wir dann noch, als wir den Park verlassen: Tarzan (Schwarzhand-Klammeraffe). Der ärmste wurde nur mit Pommes und Hamburgern gefüttert und mag jetzt gar nix normales mehr fressen. Dadurch hat er einen kleinen Ranzen bekommnen. Klettern kann er auch nicht, da er das leider nie gelernt hat, also sitzt er immer leicht traurig am Restaurant rum, in der Hoffnung, dass ein paar Pommes abfallen.
Blick von der Bucht ins Hinterland Nach dem Monkeyland sah das Wetter leider immer noch nicht deutlich besser aus, also überlegen wir, den Tsitsikamma Park sausen zu lassen und nur noch die malerische R102 entlang zu fahren. Wir fahren zwischenzeitlich im strömenden Regen, aber die Landschaft ist trotzdem atemberaubend. Und nachdem wir uns etliche Straßen nach Sabrina auf einer Hängebrücke im Tsitsikamma Park unten geschraubt haben, kommt die absolute Überraschung: Wir biegen um die Ecke, sehen das Meer in einer Blick auf die sonnige (regenfreie) Bucht malerischen Bucht und … die Sonne! Welch ein Anblick. Der Wind „windet“ zwar ziemlich stark, aber die Aussicht ist einfach klasse. Also erstmal Sonne tanken und Landschaft genießen. Aufgrund der guten Erfahrungen machen wir uns nun doch auf zum Tsitsikamma, um dort über die Hängebrücke zu laufen. Nachdem ich mich ja schon im Monkeyland über die höchste und längste von Südafrika getraut habe, werde ich langsam wagemutig.
riesige Qualle am Strand Als wir am Storms River Mouth ankommen, erleben wir, außer der Sonne, eine weitere positive Überraschung: Wir zahlen anstelle der R75 pro Person zusammen nur R40, da wir so spät sind und nur kurz (zwei Stunden) zur Brücke hechten wollen? Bei fast strahlendem Sonnenschein laufen wir mal wieder durch einen dieser riesige Heuschrecke im Tsitsikamma Park malerischen und romantischen Wälder, den Ozean rechts von uns und die Hängebrücke vor uns. Die Brücke ist nicht ganz so spektakulär wie die in Monkeyland, aber auch ganz nett. Nach der Brücke wieder zurück ins Auto und nach Knysna, mit kurzem Zwischenstopp zum erneuten Blick auf den Ozean in Plettenberg Bay. Aufgrund des Windes genießen wir diesen Blick allerdings nur aus dem Auto.
Abends entscheiden wir uns für wahrscheinlich das einfachste Restaurant, nach dem Reinfall gestern. Ohne Vorspeise, ohne alles, einfach nur einen Fisch mit Reis, nach Anweisung des Apothekers, bei dem Achim zur Sicherheit noch mal einen Perenterol-Ersatz geholt hatte und auch Blick vom Appartement auf Knysna sonst noch ein paar Tabletten, um uns endlich auf Vordermann zu bringen. Das Essen schmeckt, die Sicht ist schön und wir gehen endlich mal ins Bett, ohne uns überfressen zu haben.

 
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