29.09 Zweiter Tag im KNP
Nach einer furchtbar heißen, mehr durchwachten als durchschlafener Nacht ging's auf zum Frühstück und dann los zum Tiere schauen. 95 lange Kilometer liegen vor uns.
Geschätzte Fahrtzeit knapp 8 Stunden. Deshalb saßen wir auch pünktlich um 7:00 Uhr beim Frühstück, denn nach den Erfahrungen von gestern wissen wir ja,
dass man für die Strecke doch länger braucht als gedacht. Wir starten bei durchwachsenem Wetter, die Regenwolken im Genick, in der Hoffnung auf möglichst viele
Tiere. Und tatsächlich, nach gar nicht allzu langer Zeit kreuzen Giraffen
unseren Weg - überraschend gut getarnt durch die hohen Bäume, die sie kahl fressen. Es geht weiter und da sehen wir zur Linken etwas Büffelartiges. Bei dem
verzweifelten Versuch die Tiere einigermaßen vor die Kamera zu bekommen gesellen sich auf einmal Zebras zu uns und nach einer 3- Punkt Wende zur besseren Ansicht der Tiere kommen doch plötzlich auch noch Giraffen dazu. Auf einmal ist wahnsinnig viel los rund ums Auto,
man weiß gar nicht wohin man schauen soll. Erneute 3-Punkt Wende zurück in die eigentliche Fahrtrichtung und nach einigen wehmütigen Blicken
weiter, sonst wird es eng mit dem Zeitplan. Langsam, immer voller Erwartung und Spannung fahren wir weiter. Und dann - ganz nah - eine Löwin. Nur ein paar Meter neben dem
Auto. Wahnsinn!! Sie trollt sich leider hinter einen Busch, also weiter. Nach einiger Zeit und etlichen parkenden Autos vor uns eine RIESEN Affenherde. Sie laufen einfach auf uns
zu. Affen-Muttis mit kleinen Affen unterm Bauch, Affen-Papas hinter- und nebenher. Schon wieder echter Wahnsinn!! Die Herde scheint gar nicht aufzuhören. Ein super Tag! Die
Fotos werden nur so geschossen, Film und Akkus der Digicam gehen schnel-
ler leer als uns lieb ist, beides muss schon nach kürzester Zeit gewechselt werden. Und immer weiter geht's. Giraffen über Giraffen, Impalas über
Impalas, Wasserböcke, Elefanten. Und dann ein Wasserloch ganz für uns alleine mit einem Elefanten und zwei Nilpferden. Und dann die Showeinlage: Der Elefant geht baden.
Interessant zu beobachten, wie die Nilpferde respektvoll Platz machen, damit der Elefant sich voll austoben kann. Diese Eindrücke sind uns ganze 30 min. kostbare Zeit wert.
Danach dann der Versuch die Zeit wieder aufzuholen. Doch schon nach kurzer Zeit sehen wir eine Hyäne am Wegesrand, für die wir natürlich Stopen müssen.
Es folgt
eine kurze Pinkelpause und wenig später eine Kaffeepause in Saterra. Auch sehr nett hier. Wir beschließen auch endlich mal dem südafrikanischen Braai-Brauch zu
folgen und kaufen Kohle und Fleisch für den Abend. Die Zeit die verbleibt, um bis zu unserem Camp zu kommen, wird langsam knapper uns wir bemühen uns zügig zu
fahren. Allerdings kreuzen schon nach 1 KM Wasserbüffel die Strasse. Wieder einer der Big Five. Aber jetzt, nach diesem Stop dafür dann etwas schneller. Doch schon
wieder müssen wir Stopen, da nach kurzer Zeit etliche Tour Landrover um rums regelrecht angeschossen kommen. Wir wissen, hier muss etwas ganz besonderes sein. Also reihen
auch wir uns am Straßenrand in die Schlange der Autos und Landrover ein und suchen die Gegend ab. Und tatsächlich - wir erspähen eine Löwenfamilie. Zwar
ziemlich weit entfernt, aber doch deutlich zu erkennen. Wir schauen und schauen, machen Fotos, und plötzlich stellen wir erschreckt fest: Die Zeit, die Zeit, sie ist auf
einmal weg. Also dann jetzt noch zügiger fahren, es liegen noch etliche Kilometer bis zum Nachtlager vor uns..... wären nur nicht überall diese Tiere. Es wird
langsam dunkel.. immer noch ein weiter Weg und da, ganz plötzlich, ein Rhinozeros! Da
müssen wir nun doch noch mal halten - Fotos machen - und dann viel zu schnell weiter im Wettlauf mit der Zeit und vor allem der Dunkelheit. Über eine Bergkuppe, wo sich
uns noch ein paar Klippspringer zeigen, und dann möglichst ohne nach weiteren Tieren Ausschau zu halten in Richtung Camp. Die Dämmerung setzt ein und wir sind uns
ziemlich schnell einig, bevor wir ein Ticket zahlen, weil wir zu spät im Camp ankommen oder bei Dunkelheit alleine durch den Park fahren und im ungünstigsten Fall kein
Zimmer mehr bekommen zahlen wir lieber ein Ticket wegen überhöhter Geschwindigkeit. Ich trete also aufs Gaspedal und wir brettern mit 65-70 km/h durch den Busch, immer
in der Hoffnung, dass nicht hinter der nächsten Biegung ein Elefant oder sonst ein Tier auf der Strasse die letzten Sonnenstrahlen genießen möchte. Je näher
wir dem Camp kommen, desto mehr Autos gesellen sich zu uns, so dass wir am Ende ein Tross von 5 Fahrzeugen sind, die alle mit überhöhter Geschwindigkeit in
Richtung Camp rasen. 2 Minuten vor 18:00 Uhr erreichen wir das Tor zum Camp. Puuh. Das ging gerade noch mal gut. Nichts wie zur Rezeption, eine Hütte schnappen und dann zum
gemütlichen Teil des Abends übergehen: Bier kalt stellen, Grill anheizen und gemütlich, direkt am Sabie River begleitet vom Röhren der Nilpferde den Tag
ausklingen lassen. Dank der Nachbarn, die mit riesigen Taschen- lampen ausgestattet sind, bekommen wir auch noch Hyänen direkt am Zaun zu sehen. Wahnsinn!! Wieder ein Tag
voller Erlebnisse.
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