30.09 Dritter Tag im KNP
Erster Tag BML
Die Welt ist ein Buch und wer nicht reist, liest davon nur eine Seite.
Augustinus |
Nachdem die Hippos sozusagen direkt vor unserem Schlafzimmer sind, stehen wir

extra um 6:00 Uhr auf fahren aus dem Camp raus auf die Brücke vor dem Camp und beobachten Hippos. Leider will sich keins fotografisch in Szenen setzen und für uns
gähnen, aber 1,5 Stunden sind trotzdem schneller vorbei als wir gedacht hätten. Also zurück ins Camp zum frühstücken, da wir ja heute noch in die Private
Game Lodge müssen. Wir setzen uns also auf die Terrasse und was sehen wir: Hippos über Hippos. Fast noch besser als von der
Brücke aus und gähnen tun sie auch noch. Das führt natürlich zu einem eher stressigen Frühstück, da die Kamera die ganze Zeit über griffbereit
ist. Nach dem Frühstück dann noch ein kurzer Stop im Shop, und dort dann die Entscheidung - wir kaufen ein Fernglas. Wir sind nun bestens für die noch kommenden 2
Tage ausgerüstet und fahren auf einer vielversprechenden Route raus aus dem Krüger National Park (KNP). Gleich nach ein paar Metern kommt ein Wasserloch, welches
über und über voll mit Nilpferden ist. Wahnsinn!! Die Nilpferde sind wirklich fast zum Greifen nah. Wir Stopen noch eine Weile und fahren dann schweren Herzens weiter,
schließlich hinken wir mal wieder dem Zeitplan hinterher. Obwohl wir dennoch extra langsam fahren und sehr genau Ausschau halten sehen wir so gut wie keine Tiere mehr. Wir
hoffen, dass dies in der Private Game Lodge wieder besser wird. Wir verlassen den KNP und suchen den Weg zur Bongani Mountain Lodge, unserem Quartier für die nächsten
zwei Tage. Wir halten noch kurz in einem Spar Markt, um und was zum Mittagessen zu besorgen und nach nur einem Fehlversuch finden wir die Zufahrt zur Lodge. Es geht sehr steil auf
einer Schotterpiste bergauf und kurz bevor wir beide aufgeben wollen ist ein bewachtes Tor zu sehen. Es wird geöffnet, wir arbeiten uns innerhalb des umzäunten Gebietes
bis zu einem Parkplatz vor und kaum das der Wagen geparkt ist kommt jemand mit einem Landrover, um uns und unser Gepäck zur Mountain Lodge zu befördern. Damit haben wir
nicht gerechnet, da laut DER Tour Katalog und Reisebüro nur zu zwei
Terminen am Nachmittag ein Transport zur Lodge stattfindet und bis zu diesem uns genannten Termin sind es noch 45 min. Durch diese unerwartete Planänderung etwas gestresst
raffen wir auf die Schnelle alles, was wir als wichtig erachten zusammen - zum Glück hatten wir noch im KNP eine Tasche vorgepackt - doch es wird sich später
rausstellen, dass wir natürlich etwas im Auto vergessen haben. Über äußerst unwegsames Gelände geht's zur Mountain Lodge und wir vertrauen einfach
darauf, dass der Fahrer mit diesen Fahrten täglich sein Geld verdient und auch der Landrover durch Fahrten in solchem Gelände zu einem Markenzeichen wurde. Ankunft in
der Lodge: Eine wunderschöne Anlage und sehr nettes Personal empfängt uns, mit einem kleinen Aperitif und einem warmen Handtuch, um den Staub loszuwerden. Man sagt uns,
dass wir noch 15 min. Zeit hätten um am abendlichen Game Drive teilzunehmen. Wir sind zwar wieder etwas erstaunt, ob dieser erneuten Abweichung von Prospekt und
Reisebüroauskunft, nutzen aber natürlich unsere Chance und hetzen zum Appartement und von dort gleich wieder zurück zum Nachmittagstee. Dies ist der Treffpunkt
für die einzelnen Landrover Crews und wir werden von unserem Guide, Isaac, dort abgeholt. Mit Isaac haben wir einen echten Glücksgriff
gemacht und wir werden bei den nachfolgenden Fahrten erst merken, was wirklich in einem Landrover steckt. Unsere Crew besteht aus Isaac, unserem Fahrer und Wildhüter, Andrew,
dem Späher, sowie einem Honeymoon Couple aus England, einem Gastwirt aus dem Schwäbischen mit einem seiner Angestellten und uns. Da der Landrover drei hintereinander
aufsteigende Sitzreihen für jeweils 3 Personen bietet, nutzen wir unsere Chance und ergattern die oberste Etage für uns. Nach einer kurzen Einführung, in der uns
Isaac die Verhaltensregeln für die Fahrten durch die Wildnis erklärt, geht’s los. Schon nach kurzer Zeit eine Durchsage über Walki Takie, dass die anderen
Landrover Löwen gesichtet haben. Also nix wie hin, denkt sich Isaac. Ob Weg oder kein Weg - ganz egal. Wir lernen ziemlich schnell, uns und unsere Kameras auf dem Landrover
festzuhalten und nebenbei blitzschnell die Köpfe einzuziehen, wenn Isaac von vorne ruft: watch out - kurz bevor er
einen Dornenstrauch touchiert. Die Löwen sind wunderschön zu betrachten. Eine Löwin mit 3 Nachkommen, die ca. 1,5 Jahre alt sind. Wir fahren in dichtem Abstand
neben und hinter Ihnen her und sind alle ganz verzaubert. Dadurch, dass wir diesmal nicht im Auto sondern in einem offenen Jeep sitzen ist das Erlebnis ein ganz anderes. Die Tiere
erscheinen wirklicher und näher - was sie tatsächlich sind, da wir nicht wie im KNP auf der Strasse bleiben sondern den Tieren wirklich nachfahren - egal ob Weg oder
kein Weg. Nach den Löwen geht's weiter auf Tiersuche und wir brettern mit erneuter erschreckend schneller Fahrt Richtung Elefanten. Auch wenn wir Elefanten schon etliche im
KNP gesehen haben ist dies hier eine komplett neue und wahnsinnig interessante Erfahrung. Danach fahren wir auf eine "Plattform" aus Stein und nehmen, nachdem Isaac sich
versichert hat, dass keine wilden Tiere um uns rum sind, einen sundowner zu uns. Was für ein
Ausblick, was für ein Erlebnis. Im Dunkeln geht's zurück zur Lodge und auch wenn Andrew sich redlich müht mit der eingeschalteten Suchlampe ein paar Tiere im
Dunkeln aufzuspüren, sehen wir leider keine mehr, bis auf die Wasserbüffel, die sich abends bis zur Lodge vorarbeiten und dort sozusagen in "Sicherheit" nächtigen.
In Begleitung eines Rangers geht's zu unserem Appartement Haus. Da die Lodge nicht umzäunt ist und die Tiere innerhalb des Lodge Areals sich somit überall frei bewegen
können, darf man sich nach Einbruch der Dunkelheit nur in Begleitung eines Rangers außerhalb seines Appartements bewegen. Wir ziehen uns in aller Kürze um, rufen
an der Rezeption an, um unseren Begleitschutz anzufordern und begeben uns in Begleitung wieder Richtung Hauptgebäude, um dort dann unter Sternenhimmel an einem großen
Braai teilzunehmen. Wirklich sehr schön das alles. Um 21:00 Uhr geht's dann wieder mit Begleitschutz zurück zum Appartement und wir fallen fix und fertig ins Bett.
Tiefschlaf bis zum Weckruf am nächsten Morgen, der um 5:30 Uhr erfolgt.
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