06.10 Von Durban nach Knysna
Was wunderst du dich,
dass deine Reisen dir nichts nützen,
da du dich selbst mit herumschleppst?
Sokrates |
Die Nacht mehr schlecht als recht überstanden, besonders mein Magen und Kreislauf hat noch mal alles gegeben, machen wir uns am nächsten Morgen sehr
zeitig aus dem Bett, um zu duschen und die Koffer "flugzeugtauglich" zu packen. Beides eine größere Herausforderung, die uns gut 1,5 Std. beschäftigt. Ersteres,
weil das Wasser nur durch Zuhalten des Badewanneneinlasses aus dem Duschkopf kommt, was einer gymnastischen Meisterleistung gleich kommt, wenn man das allein bewerkstelligen will.
Insbesondere, da das Wasser mehr kalt als warm ist. Netterweise habe ich Unterstützung im Kampf mit der Dusche. Letzteres, weil sich doch schon so einiges angesammelt hat,
was nicht so recht in die Koffer passt, obwohl wir uns immer vorgenommen haben erst alles zu kaufen, wenn wir den letzten Innlandsflug hinter uns haben. Aber auch dieses Problem
bekommen wir gelöst und nach einem kurzen Frühstück, wo wir uns beide an etwas Toast rantrauen, geht's ab Richtung Durban Flughafen. Auch den Flughafen, sowie die
AVIS Station finden wir auf Anhieb. Dann leider mal wieder eine unschöne Überraschung: Trotz der vielen Zusicherungen aus dem Reisebüro müssen wir auf einmal
700 Rand (ca. 57 Euro) One-way-fee zzgl. Tax zzgl. additional Driver zahlen. Also wieder call nach Germany zum Reisebüro, anfragen was das jetzt wieder soll, viel Gezacker um
dann zu erfahren, dass die Preise alle nicht so stimmen wie ursprünglich geplant/gesagt und sich Frau Albrecht um alles kümmern will. Frau Ramos ist gleich wieder aus
dem Geschehen ausgestiegen, was auch besser ist . Beide werden uns auf jeden Fall verfluchen. Egal, wir
schaffen es trotz dieser Nervenattacke noch rechtzeitig zum Flieger und mitten hinein in eine norddeutsche Reisegruppe. Der Flieger ist bis auf den letzten Platz belegt und wir
beide, noch etwas mitgenommen von den äußeren Umständen, genießen die zweistündige Ruhepause und sind gespannt, wie es in Port Elizabeth weitergeht.
Der Flug war leider viel zu kurz, als dass wir hätten richtig auftanken können. Landung in Port Elizabeth 15 min vor geplanter Zeit bei, für uns eisigen, 18 °C.
Die AVIS Mietstation hier ist sehr freundlich, verbucht sogar die Meilen auf die M&M-Karte und wir sitzen nach kurzer Zeit mit unseren Koffern in unserem neuen
Opel Astra, der deutlich neuer ist und somit auch gleich schicker. Wir starten von Port Elizabeth nach Knysna, ohne Port Elizabeth eines weiteren Blickes zu würdigen. Auch
hier könnte man meinen, dass man sich irgendwo in den USA befindet, wenn man sich durch die unterschiedlichen Autobahn Auf- und Abfahrten schlängelt. Schon nach kurzer
Zeit verlassen wir jedoch die Autobahn um über die angeblich "landschaftlich schönere R102" zu fahren. Wir finden sie ganz nett, aber landschaftlich jetzt nicht so
außergewöhnlich. Es wird sich später rausstellen, dass dies auch nicht der landschaftlich reizvolle Teil war . Immer weiter geht's nach Knysna, bis wir am Tsitsikamma National Parc vorbeikommen. Dort holen wir uns ein
paar Infos am Tourist-Info und erfahren so, dass wir ruhig erstmal auf der N2 weiterfahren sollen und nur an den direkten Touristenattraktionen, die direkt auf den N2 liegen,
anhalten sollen. Das trifft sich natürlich gut, denn so kommen wir nicht allzu sehr in Zeitprobleme. Wir sind beide noch nicht so ganz fit, was sich allerdings
hauptsächlich dadurch bemerkbar macht, dass wir keinen Hunger haben. Ist ja nicht das schlimmste, also einfach weiter Cola bis zum Abwinken . Erster Stopp ist an der Total Tankstelle Petroport. Eine wunderschöne Aussicht auf den Stormsriver, oder besser die Schlucht, durch die er fließt. Die Brücke, die ihn überspannt
lässt sich von beiden Seiten entlanglaufen, wobei ich nach der Hälfte der Brücke wieder
den Rückweg antrete. Außerdem ein
nettes Restaurant und ein netter Curioshop, mit Biltong in allen Varianten. Klein, groß, am Stück,
als Wurst. Hier schnappen wir uns auch gleich einen Kalender für daheim. Danach weiter bis zum Big Tree. Ein riesiger Baum, zu dem man 1 km hinaufläuft. Sehr nett gemacht über Bretterbohlen und wieder ganz romantisch verschlungen. Der Baum ist ca. 800 Jahre alt und man
bräuchte 12 Kinder, die sich an den Händen halten, um ihn zu umspannen. Leider sind wir noch etwas falsch angezogen für die hier vorherrschenden kalten
Temperaturen, so dass wir den Rattle Trail, den wir auch noch hätten gehen können ausfallen lassen müssen und einfach nur wieder zurück zum Auto gehen.
(Bibber, ca. 16°C und regennass) Weiter per Auto bis zur
Tsitsikamma Khoisan Village, von wo aus man einen super Blick auf die Brücke hat, die den Bloukrans River überspannt. Die Brücke allein ist schon nett, dass
besondere an ihr ist, dass man von hier den höchsten Bungee Sprung der Welt machen kann. Wir sehen auch zwei Springer und das kitzelt natürlich meinen Mann. Ich finde
das allerdings nicht so prickelnd. Äußere mich da eher negativ zu und so geht's zum Leidwesen von Achim ohne Bungeesprung weiter nach Knysna. Es wäre sowieso nur
der höchste, nicht aber der längste Bungeesprung gewesen . Nachdem wir auf der N2 die Tollstation
passiert haben, sehen wir dann auch, so wir auf die R102 hätten abfahren sollen, beschließen aber, dies lieber später noch mal nachzuholen und jetzt erst einmal
nach Knysna zu fahren. Vorbei an Plettenberg Bay, wo wir endlich mal wieder einen schönen Ausblick auf den Ozean genießen, geht's weiter und so gegen 16:00 Uhr
erreichen wir unser Ziel. Das B&B (Headland house) finden wir fast auch gleich auf Anhieb. Und es ist wie im Internet zu sehen: Wahnsinn! Der Blick aufs Meer vom Bad und vom Bett aus, das
Rauschen des Meeres. Der absolute Hammer! Und auch wenn es etwas zu kühl ist zum
baden, wir werden endlich mit offenem Fenster schlafen können. Ein Traum!! Unser Vermieter reserviert für uns um 19:00 Uhr an der Waterfront einen Tisch und so machen
wir eine weitere neue Erfahrung: Weggehen nach 18:00 Uhr. Wer hätte gedacht, dass das noch möglich ist. Wir fahren mit leicht gemischten Gefühlen im Dunkeln
Richtung Knysna Downtown, finden das Lokal im zweiten Anlauf und fühlen uns mal wieder in USA. Auf die Autos passt ein Parkwächter auf. Das Essen ist sehr gut, wenn auch
etwas viel für unsere noch immer nicht ganz genesenen Mägen und so genießen wir den ersten Abend im Knysna und fallen etwas voll gegessen bei Meeresrauschen ins
Bett.
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