05.10 Vom Zuludorf nach Durban
Leider ein ganz schlechter Tag in der Statistik. Achim geht's nicht wirklich gut und ich bin jetzt trotz Whiskey
auch dabei. 5:01 Uhr vermeldet der Palm meines Mannes hatte es mich auch erwischt. Hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch gedacht ich könnte nur mit Perenterol und gutem Willen
den Tag beginnen, werde ich schnell eines besseren belehrt. In der Hoffnung, dass die Tabletten für uns beide langen werden, da Sonntags zwar der
SPAR offen hat, nicht aber die Apotheken, besteht unser beider Frühstück aus einer unterschiedlicher Anzahl von Lopedium. Das vorbestellte Frühstück muss Achim
leider absagen gehen. Er ist immerhin schon wieder so fit, dass er von den vielen unterschiedlichen Mimosenarten noch Samen sammeln gehen kann, während ich versuche so lange
wie möglich im Bett liegen zu bleiben. Als der Zeiger der 10:00 Uhr immer näher rückt und wir das Appartement verlassen müssen, muss auch ich wohl oder
übel aus dem Bett. Achim startet Richtung Durban, unserem nächsten Etappenziehl. Beide zwar schwer angeschlagen entschließen wir uns dennoch in Damazulu zu stoppen
und uns das Leben der Zulu anzuschauen. Wir kommen genau 10 min vor der nächsten Führung an, also Augen zu und durch. Die Führung ist
sehr interessant. Zuerst erklärt uns ein älterer Zulu mit Händen und Füßen und in Zulu was wir sehen werden, dann stellen wir uns alle dem Zulu auf
zulunesisch vor: Igama lami ngu Sabrina bzw. Achim Und nach einem Eingangs-Willkommens-Trommel und einer Antwort aus dem Dorf dürfen wir das Dorf betreten. Wir
sehen die unterschiedlichen handwerklichen Tätigkeiten der Zulu, von der Perlen-Schmuckherstellung, dem Speermacher, der Tontopfherstellerin über das Handwerk des
Musikers bis zum Medizinmann. Außerdem sehen und betreten wir eine der Strohhütten von innen und stellen fest, dass diese überraschen kühl ist. Und dies obwohl draußen
ca. 38 °C sind. Im Olifants Camp hatten wir ja auch diese Strohbungalows, die wahren aber wahnsinnig heiß. Da hätten sich die Architekten im KNP wohl mal besser ein
paar Infos von den Zulu geholt. Die gesamte Führung ist sehr interessant, leider verlässt mich nun
mehr und mehr mein Kreislauf, ob der großen Hitze und des ernormen Flüssigkeitsverlustes, so dass ich verfrüht zum Auto zurück gehe. Achim hält noch
etwas länger durch und sieht so fast die gesamte Tanz- und Showperformance, verzichtet allerdings großzügig auf das rumgereichte
Zulubier . Leider waren wir beide zu krank um während der Führung viel zu Fragen, so können wir
nur mitnehmen was unsere Führerin uns erzählt hat obwohl
mich noch viel interessieren würde. Wir haben gelernt, dass Sawubona mit einem freundlichen Yebo beantwortet wird, verheiratete Frauen einen roten
Hut aus Perlen tragen, der auch Nachts nicht abgenommen wird, weshalb in den Hütten "Kopfkissen" aus Baumstämmen sind und das der Dorfälteste die Wasserpfeife
gefüllt mit Marihuana rauchen darf. Das ist für unsere physische Verfassung mehr als genug. Nachdem ich im klimatisierten
Curioshop versucht habe, die letzten Kräfte für den langen Weg nach Durban zu mobilisieren, machen wir uns auf den Weg. Leider wird meine Verfassung immer schlechter, so
dass ich schon nach 50 km nicht mehr auf dem Beifahrersitz aushalten kann und mich auf die Rückbank verziehe, in der Hoffnung, dass es im Liegen besser wird. Mein Kreislauf
sieht das allerdings anders, es geht mir schlechter und schlechter und ständig kurz vorm Kollaps. Für Achim so gut wie nicht mehr ansprechbar liege ich stöhnend und
wimmernd, Rudi im Arm, auf der Rückbank des Wagens und er tut sein möglichstes mich heil, schnell und ohne "speeding"-Strafe nach Durban zu bekommen. Das gelingt ihm
überraschen schnell, das B&B finden wir auch auf Anhieb und ich kann mich endlich ins Bett legen. Das machen, worauf ich mich die ganze Autofahrt gefreut habe. Von Durban
sehen wir leider nichts mehr, aber das lässt sich ja bei unserem 10-Year-Revival-Urlaub nachholen. 
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