Reisejournal
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14.10 Capetown 2/3

Zu Hause darfst du arm, doch auf Reisen musst du reich sein.     
Chinesisches Sprichwort

Um die Nacht besser durchschlafen zu können, haben wir dieses Mal die Fenster zu gelassen. Hilft sofort! Man wacht nachts nicht mehr ständig auf und hat das Gefühl, der Sturm bläst einen gleich aus dem Bett. Trotz des guten Wetters gestern Nachmittag ist es heute früh doch eher wieder durchwachsen. Mal hat man das Gefühl gleich geht die Welt unter, mal denkt man, es kann ein superschöner Tag werden. Wir beschließen deshalb erst einmal ins Two Oceans Aquarium zu fahren. Die Fahrt dahin machen wir diesmal über die Küstenstraße durch die Vororte von Kapstadt. Die sind zwischenzeitlich etwas verroppt, aber mittlerweile fühlen wir uns dabei nicht mehr unwohl. Das Oceans Aquarium ist sehr interessant, hier sehen wir auch die noch fehlenden Robben :-) und viele andere, echt hässliche Meeresbewohner. Da will man echt nicht mehr schwimmen gehen, wenn man sieht was da alles kreucht und fleucht und was davon so giftig ist, dass es einen gleich umbringt. Als wir zu den Krokodilen kommen fällt uns dann beiden auch wieder ein, dass wir ja schon im Cheeta Wildlife Park gelernt hatten, dass sich das Geschlecht von Krokodilen durch die Temperatur bestimmt die das Ei beim brüten hat. 3 – 4 °C Unterschied langen, um aus einem Weibchen ein Männchen zu machen. Die Weibchen brauchen natürlich weniger Hitze, nur die Männer wollen wieder mehr. Nach dem Besuch des Aquariums schauen wir uns noch die V&A Waterfront an, wo wir ja schon direkt da sind. Ist alles soweit ganz nett, allerdings sind wir froh, dass wir nicht im V&A Waterfront Hotel untergekommen sind. Das wäre doch viel Geld für wenig besonderes. Das Wetter lockt wieder mit etwas Sonnenschein und wir begeben uns Richtung Downtown, um auch davon mal was zu sehen. Auf dem Flohmarkt am Garden Square schlagen wir nochmal voll zu und kaufen alles was wir nicht brauchen, aber doch einfach zu schön finden, um es einfach hier zu lassen. Unserer Wohnung wird man definitiv ansehen, dass wir in Südafrika waren :-). Hungrig vom vielen shoppen suchen wir das „out of Marocco“ Cafe um dort was zu essen. Das Cafe ist wirklich witzig und hat auch gutes Essen. Wir schlagen voll zu und essen zum Nachtisch auch mal jeder zwei Pancakes. Danach versuchen wir es auf den Tafelberg, da die Sonne immer noch scheint. Wir kommen oben an, sind etwas überrascht über die Menge an Leuten, die um diese späte Uhrzeit noch auf den Tafelberg wollen. Immerhin ist es schon nach 16:00 Uhr und die letzte Bahn rauf fährt um 18:00 Uhr. Wir stellen uns als in die Schlange – ist ein bisschen wie Skifahren, nur ohne Ski – und schlängeln uns bis zur Seilbahn vor. Als wir endlich vor dem Tor zur Seilbahn stehen, ertönt die Lautsprecherdurchsage: „Because of the expected heavy storm all rides to table mountain will be suspended. We apologize for the inconvenience.“ Na Klasse, kurz vorm Ziel und dann so was. Interessanterweise interessiert das aber niemanden und die Seilbahnen fahren trotzdem hoch und runter. Also steigen wir in die nächste ein, die kommt, in der Hoffnung, dass die Seilbahngesellschaft weiß was sie tut. Wir haben einen Fensterplatz ergattert und da kommt doch gleich die nächste Überraschung, die Seilbahnen drehen die Fußplattform, so dass man 360° rundum blicken kann, während man hochfährt. Sehr witzig! Oben angekommen bekommen wir als erstes erzählt, dass ob des starken Windes keiner weiter als „in Rufreichweite“ gehen soll, da wir alle imediateley zur Bergstation zurückkommen sollen, sollte die Sirene angehen. Wir laufen bei unterschiedlich starkem Wind einmal rundrum. Mein Magen spielt wieder verrückt, so dass ich nur die Hälfte des Ausblicks genießen kann. Als die Wolken über den Tafelberg ziehen und der Wind auf einmal deutlich zunimmt, machen wir uns auf den Weg nach unten, um nicht doch noch vom Tafelberg geweht zu werden. Wir kommen auch wieder sicher unten an und beschließen noch fix nach Bloubergstrand zu düsen, um nicht die Chance zu verpassen ein Foto vom Tafelberg mit Meer und Dünen davor zu machen. Achim gibt alles, d.h. er passt sich der allgemeinen Fahrgeschwindigkeit an und wir donnern mit 120 Km/h bei erlaubten 80 Km/h in Richtung Blouberg. Ob dieser Geschwindigkeit schaffen wir es noch rechtzeitig und können uns in die schon wartenden Fotografen am Strand einreihen, um auch ein Foto beim Sonnenuntergang vom Tafelberg zu machen. Nachdem uns das gelungen ist, machen wir uns noch auf die Suche nach dem Canal Walk, dem größten Einkaufszentrum von SA, oder dem afrikanischen Kontinent? Wer weiß das schon. Das Ganze ist ein wenig wie Mini-Mini-Las Vegas, mit Bootsteuern über die hauseigenen Shopping-Mal-Kanäle, aber drinnen dann doch kleiner als erwartet. Wir laufen nur kurz durch, ohne was zu kaufen und nachdem Achim sich doch tatsächlich einen Burger bei McDonalds einfährt – ich bin echt fassungslos – machen wir uns wieder auf den Weg zurück. Wir stoppen in Camps Bay um noch was zu Abend zu essen und vermeintlich einer Live Band in Dizzy’s Jazz Cafe zu lauschen, aber … surprise, surprise, heute Abend ist hier Karaoke Abend. Da Achim nicht singen möchte, genießen wir nur das Abendessen und dann leckeren und vor allem sehr günstigen Daiquiri (Mein Sushi war mir zum ersten Mal wirklich zu viel und ich musste eine Rolle zurück gehen lassen. What a shame!) und dann fahren wir zurück, um mehr oder weniger direkt ins Bett zu fallen.

 
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